Automattic kauft IntenseDebate

Archived in the category: Misc, TrendWatch, Web Content Management
Posted by Bjoern Negelmann on 24 Sep 08 -

Laut einem Veröffentlichung von gestern hat Automattic, die Firma hinter dem Open-Source-Weblogsystem Wordpress, das Unternehmen IntenseDebate, ein Anbieter eines Kommentar-Service gekauft.

Was ist das besondere an IntenseDebate? Frank Hamm hat IntenseDebate in einem Beitrag mal ausführlich besprochen:

Die Kommentare zu Artikeln auf meinem Blog sind nicht mehr zentral bei mir. Ich kann sie jedoch notfalls als XML exportieren und irgendwie woanders in eine Datenbank importieren (werde ich das wirklich jemals tun?). Javascript muss beim User / Browser aktiviert sein. Ich biete meinen Besuchern und Kommentierern aber die Möglichkeit ihre Kommentare im Überblick zu haben. So wie ich jederzeit nachverfolgen kann, wo ich was kommentiert habe. Gravatare werden unterstützt.

Die Idee hinter IntenseDebate liegt darin, dass Kommentare ncht dem Autor des Beitrages sonderen den Kommentatoren selbst “gehöhren” und IntenseDebate bietet ein Service, der die verteilten Kommentare eines Nutzers zentral zusammenzieht und verwaltet.

Welche Bedeutung hat das nun für das Thema “Content Management”? Kommentare wurden, wenn überhaupt im Content-Management-Konzept integriert, als Kontext für Informationseinheiten verstanden und als solcher gespeichert - bzw. abgelegt. Hierarchisch betrachtet sind Kommentare dabei der Quell-Information untergestellt. Im Konzept von IntenseDebate u.a. vergleichbaren Diensten wie Disque etc. sind Kommentare der Gegenstand von Diskussionssträngen (wie in einem Forum) und darüber der eigentliche Content. Und aus “Kommentatorensicht” bietet sich damit ein Überblick über alle Diskussionsstränge - IntenseDebate ist damit ein auf den Einzelnen heruntergebrochenes “Foren”-System.

Dabei wird einmal mehr das klassische CM-Paradigma (eine zentrale Redaktion publiziert den relevanten Content) in Frage gestellt - denn schon der Kommentar an sich ist als Feedback-Information unter diesem Paradigma nicht aufgehoben und der Kommentar als Diskussionsstrang, welcher wiederum über einen Service im Netz fortgeführt wird - ist nochmal eine ganze Ecke weiter.

Und hier noch ein paar weitere Links zum Thema:

  1. Matt Mullenweg
  2. Matthias Schwenk

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