In meinem letzten Beitrag habe ich die Aussage von Tony Bryne diskutiert, dass sich die Technologien derzeit in Richtung “Frontend-Management” entwickeln. Dabei führte Tony Bryne u.a. Interwoven als ein Beispiel für neuausgerichtete Software-Konzepte an. Heute bin ich dann via dem EcontentMag auf zwei Pressemitteilungen von Interwoven aufmerksam geworden: beide unterstreichen die in dem Artikel von Bryne aufgezeigten Veränderungen.
Dennoch bin ich weiterhin nicht vollständig d’accord damit, dass dies dann auch den Web 2.0 Ansatz der Content-Management-Branche darstellt. Warum nicht? Es geht bei diesen Erweiterungen von Interwoven nmM. um die “Commoditisation” der Web-Management-Funktion. Sprich die Gestaltungsmöglichkeiten von interaktiven und dynamischen Websites wird immer mehr in die Hände der Fachabteilungen gelegt, die nun per WYSIWYG interaktive Sites zusammenklicken können. Interaktive Websites waren auch schon bisher möglich, nur bedurfte es da einer Implementierung.
Wenn ich dann als Feature-Punkt aber lese, dass das neue Release nun auch die Integraiton von “social media feedback” ermöglicht, dann ist das sicherlich sehr nett - wenngleich es hierfür technologisch nur einer RSS-Feed-Integration bedarf -, aber nicht dialogorientiert im Sinne richtiger Web 2.0 Anwendungen. Das Systemkonzept basiert nmV. immer noch auf dem Paradigma des Informationsmanagement 1.0: Inhalte anforderungsgerecht strukturieren und bedienerfreundlich bereitstellen. Die Zielsetzung des Informationsmanagement 2.0 geht aber nmV. darüber hinaus - in einem Artikel für den kommenden prokomReport habe ich die Zielsetzung dieses Ansatzes als “Mehr-’Wert’ durch mehr Kontext und Vernetzung” beschrieben. (Ich werden den Artikel hier in Kürze noch einmal diskutieren!)
Damit ich nicht falsch verstanden werden: Ich bin durchaus der Meinung, dass die Erweiterungen in Interwoven sehr interessant und sinnvoll sind - es handelt sich dabei nur nach meinem Verständnis nicht um Web 2.0 Erweiterungen - und damit richtet sich meine Kritik nicht an Interwoven, sondern vielmehr an die Auslegung bei Tony Bryne. Für mich liegt der Punkt darin, dass die Möglichkeit des leichten Management interaktiver Features für das Frontend den Einsatz dieser Feature erhöht und damit die “Web Experience” gesteigert wird. Wenn ich also die Titelzeile von Tony Bryne mit Bezug auf die Interwoven-Erweiterungen abändern würde, dann hiesse sie “Facilitating the realisation of web experience”:



