CeBIT Review: Besuch bei DAY

Posted by Bjoern Negelmann on 18 Mar 05 -
Immer wieder gerät die DAY Software AG ins schlechte Licht ihrerGeschäftszahlen - erst im Februar musste der verlustreiche Abschluss von 2004 gerechtfertigt werden - nach der offiziellen Verlautbarung lag der Umsatzrückgang im Bereich des Lizenzgeschäftes vorallem an der aufschobenen Investitionsentscheidungen; mit den Worten des CEOs Michael Moppert gesprochen, heisst es:

While several customers had selected Day’s technology in the fourth quarter of 2004, final contracts were signed in the first weeks of the new year. As a result of this shift the license revenues in the second half of 2004 were lower than projected, while we started 2005 with very strong new business activity.

Insgesamt hat diese Meldung natürlich einen bitteren Nachgeschmack - insbesondere dann, wenn auf der anderen Seite eine ganze Branche von DAY’s Initiative hinsichtlich der Standardisierung des CM-Backends in Form des JSR 170 spricht. Derzeit im finalen Abnahmestatus soll der JSR 170 eine Vereinheitlichung der Verwaltungskonzepte von Informationsmanagement-Systemen herbeiführen. In einem Interview erklärte David Nüscheler, CTO von DAY und Specification Lead für den JSR 170, die Motivation zu diesem Standard wie folgt:

Es gibt immer noch hunderte CMS-Lösungen, und jedes dieser CMS verfügt über eineigenes API, eine eigene Schnittstelle, über die eine Applikation mit dem darunterliegenden Content interagieren kann. Das hat für Kunden und auch fürIntegrationspartner zum einen große Einschränkungen zur Folge, aber verursachtauch, dass Integrationspartner sich mit dutzenden proprietären Interfaces auskennenmüssen. Sobald sie sich für einen der vielen Hersteller entschieden haben, müssen sieauf Gedeih und Verderb bei diesem bleiben, da diese Lösungen komplett inkompatibelzueinander sind. Hier setzt der JSR 170 an, der zum Ziel hat, dass Anwendungen undAnwendungsprogrammierer auf ein einheitliches und hinreichendes API für den Zugriffauf Content Repositories zurückgreifen können.

Was natürlich auch indirekt damit einhergeht, ist ein “kluger Marketingzug” des Unternehmens DAY. Schon seit 2001 proklamiert das Unternehmen seine Idee vom “Virtual Repository” im “Unified Content Bus” - mit dem JSR 170 schafft das Unternehmen nun einen Industriestandard für seine Idee - und passend dazu bringt es nun auch gleich ein Backend-System heraus: das Day Content Repository Extreme (CRX), welches den JSR 170 vollstaendig - sprich auf allen Ebenen von Level 1 (Lesen), über Level 2 (Schreiben) bis zu den optionalen Standardisierungspunkten (Versionierung) - unterstützt:

CRX is a content repository fully implementing the new Java Content Repository API (JCR) standard that makes your high value content easily accessible for any application. Using this standard compliant content repository protects your investment in content and applications and makes your content infrastructure future-proof and sustainable.

Das CRX wird sowohl von DAY direkt für eigene Produkte als auch in einem OEM Partnerprogramm vertrieben; in der Beta-Version steht es derzeit zum Download bereit und wurde auch so auf der CeBIT am IBM-Partnerstand gezeigt. Als Eckpunkte zu diesem System haben wir folgendes festgehalten:
  • mächtige Infrastruktur-Lösung für die Verwaltung von Content-Assets
  • stellt nur ein technisches Backend mit administrativen Oberflächen bereit
  • über Filter-Funktionen können beliebige Asset-Typen in das Backend gegeben werden - die Assets werden nicht nur abgelegt, sondern auch automatisch (sofern der Filter es erlaubt und der Asset-Typ die Information trägt) klassifiziert
  • integriertes Versioning
  • bis dato keine Anbindung an Storage-Typen wie beim IBM CM - sprich es können nach Asset-Typ keine Langzeit-Speicherungsroutinen zugeordnet werden
für das OEM-Programm konnte Day schon den ersten Erfolg verzeichnen - so konnte das Unternehmen bereits vor dem Release der Final Version eine erste Partnerschaft mit Obinary bekanntgeben, deren Gründe der CEO von Obinary, Pascal Mangold, wie folgt darlegt, bekanntgeben:

“We believe that Day’s innovative technology provides a clear competitive advantage to us as well as to our customers. JSR 170 is the undisputed future standard of our industry. When we were faced with the alternative to built a new repository ourselves or license it from Day Software, the company that is leading the standard initiative, the decision was easy.

Insgesamt ist der JSR 170 und die Entwicklungen darum herum ein Thema “to watch” - in Kürze werden wir deshalb auch ein neues Interview mit David Nüscheler zu diesem Thema machen.

Laeave a Reply